Wir wollen die richtige Schule für jeden, nicht eine Schule für alle!

111115-schavan-woeller-275x180Der Antrag „Bildungsrepublik Deutschland" wurde von den Delegierten des CDU-Parteitages in Leipzig am 2. Sitzungstag mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Mit 4 bundesweiten Bildungskonferenzen, 6-wöchiger Online-Diskussion auf einer eigens installierten Internetplattform und über 1600 Änderungsanträgen war es der am breitesten in der Parteibasis diskutierte Antrag des CDU-Bundesvorstandes.

Bundesministerin Annette Schavan machte in ihrer Einführung in den Antrag klar, dass man vor dem Hintergrund der gestrigen Diskussion zu Europa feststellen müsse, dass Europas Reichtum und Wege aus der Krise auch und vor allem im Wissen und Können seiner Menschen liege. „Sie sind der Schlüssel für Zusammenhalt" so die Bildungsministerin.

Gerade in Zeiten der Krise müsse man darüber beraten, wie man mit diesem Reichtum umgehe und wie man es schaffe, die Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen zu sichern. „Wir sind überzeugt, dass wir es besser können als SPD und Grüne!" rief Schavan den Delegierten zu. Die Welt sei im Wandel, Selbstverständlichkeiten gerieten ins Wanken, Sicherheiten gerieten ins Wanken. „Die junge Generation muss darauf vorbereitet werden, den Wandel zu gestalten. Befähigung und Ermutigung sind die Ziele guter Bildung – und ein Drittes: Orientierung, die MAßstäber unserer Bildung richtig einzusetzen." Bildung müsse als Gemeinschaftsaufgabe für das gesamte Land begriffen werden, es betreffe jede und jeden.

Schavan machte klar, dass die Union für eine Bildungspolitik des Forderns und Förderns eintrete. „Für die CDU beginnt der Mensch nicht nach dem Abitur, berufliche Bildung ist für uns ebenfalls wichtig." Jedes Kind solle seine Talente individuell entfalten können. Nicht die Herkunft, ethnisch kulturell als auch sozial, sei entscheidend, sondern Leistung. Vor den Herausforderungen des demografischen Wandels müsse man deshalb auf sinkende Schülerzahlen reagieren und das Schulsystem zukunftsfest machen. Dabei sei das 2-Säulen-Modell als Erfolgsrezept der CDU-Regierungen in Sachsen und Thüringen beispielhaft für christdemokratische Bildungspolitik. „Mit der CDU gibt es keinen Angriff, weder auf die Berufliche Ausbildung, noch auf das Gymnasium", so Schavan zu Ende ihrer Einführung.

David McAllister begrüßte in der anschließenden Aussprache die Behandlung des Themas Bildung auch unter Rücksicht auf die landespolitischen Kompetenzen. Die CDU stehe für ein begabungsgerechtes und differenziertes Schulsystem. Haupt- und Realschulen unter einem Dach zusammenzufassen sei ein Angebot an die kommunalen Schulträger, um die Präsenz von weiterführenden Schulen in der Fläche auch bei sinkenden Schülerzahlen zu erhalten. Er machte klar, dass sich die Union mit dem Weg zum 2-Säulen-Modell einen Schritt in Richtung Konsens bewege. Dann müsste aber auch die Linke im Land einen Schritt entgegenkommen. „Das heißt: Finger weg vom Gymnasium, sonst gibt's Ärger mit der Union!" so der Ministerpräsident von Niedersachsen.

Bundestagspräsident Norbert Lammert erinnerte daran, dass es in der Diskussion weniger um Struktur, sondern mehr um Inhalte gehen solle. Dabei sei die kulturelle Bildung nicht zu vergessen. „Ohne Kultur entsteht keine Bildung und ohne Bildung wächst keine Kultur." Im Verständnis der Union sei Bildung der Weg des Menschen zu sich selbst; seiner Herkunft, seinen Bindungen und seiner Geschichte." Kulturelle Bildung müsse in der Familie begonnen werden und dürfe nicht in der Schule aufhören. „Ohne Kenntnis entsteht kein Verständnis und ohne Motivation ist kein Engagement zu erzielen." Und die sei unverzichtbar für die Vermittlung eines Wertegerüstes.

Annegret Kramp-Karrenbauer machte deutlich, dass es bei der Schaffung des 2-Säulen-Modells nicht um die Abschaffung der Hauptschule ginge. „Wir schaffen nicht die Hauptschulpädagogik ab, nur weil wir zwei Schulformen unter einem Dach unterbringen", so die Ministerpräsidentin des Saarlandes. „Es heißt nicht zwei- oder dreigliedrig, sondern linke Einheitsschule oder 2-Säaulen-Modell. Das Gymnasium bleibt uns erhalten!" Es gehe um Differenzierung, nicht Gleichmachung.

Im Hinblick auf den Bildungsföderalismus sagte die CDU-Landeschefin: „Die Länder haben nicht nur das Recht auf eigene Bildungspolitik, sondern auch die Pflicht zur richtigen Zusammenarbeit mit den anderen Ländern und dem Bund." Eine Findung von vergleichbaren Bildungsabschlüssen sei eine wichtige Aufgabe für die Bundesländer.

Mitautor des Antrages Roland Wöller machte deutlich, dass die demografische Entwicklung schon lange in den Schulen spürbar sei. „Wenn wir über Demografie reden, reden wir nicht über ein Ereignis, dass in Zukunft über uns hereinbrechen wird wie das Wetter, sondern über eine Entwicklung, die 20 Jahre zurückliegt." Die geltende Richtung in der Bildungspolitik hieße deshalb Qualität- und Leistungsorientierung, aber vor allem Chancengerechtigkeit. „Bildungschancen sind Lebenschancen!" Jedes Kind müsse seinen Talenten entsprechend gefördert und gefordert werden. Gut ausgebildete Lehrer seien dafür unverzichtbar. „Der Lehrerberuf ist einer der wichtigsten Berufe für die Zukunft unseres Landes. Wir müssen ihm den entsprechenden Respekt und die notwendige Aufmerksamkeit zukommen lassen", so Wöller abschließend.

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